Allgäu und der Norden Österreichs
ein Reisebericht von Andreas Wernicke über eine Kurzreise durch die Alpen im Mai 2001
Ausgangspunkt der Fahrten war Gauting. Gut einstimmen kann man sich bereits auf
den paar Kilometern, wenn man Gauting Richtung Starnberg verläßt: Die
Strecke hat einige gute Kurven, zwei davon sind gefährlich eng und mit
Richtungstafeln und 30-Schildern gepflastert, die man hier auch recht ernst
nehmen muß. Die Einheimischen wissen zu berichten, daß dort im
Schnitt zweimal im Monat der Rettungshubschrauber einen Moppedfahrer aufsammelt
und nach München fliegt. Nun ja.
Mittwoch, der 15. Mai 2001
Das Voralpenland ist auf jeden Fall auch eine Ausfahrt wert, insbesondere wenn
man sich den Weg über die kleinen Nebenstraßen bahnt. Zwischen
Buchloe und Mindelheim fließt die Wertach, die dort an drei Stellen
für die Elektrizitätsgewinnung aufgestaut sind. Die Stauseen sind
ökologische Refugien und lassen sich einer Pause bequem umwandern. Die
kleinen Dörfer in der Gegend sind teilweise sehr nett und meist gibt es
auch kleine und sehr preiswerte Gaststätten, oft mit Angeboten aus eigener
Produktion. Besondere Empfehlung: Das Fischrestaurant Zur Forelle in
Dorschhausen.
Weiter westlich, kurz vor Memmingen findet man in Ottobeuren eine prächtige
Basilika, die mit ihrem prunkvollen Fresken und Malereien für die kleine
Stadt eine Nummer zu groß scheint. Sehr sehenswert, wenn man sich für
Architektur oder Kirchen interessiert.
Weiter nach Süden: Über Kempten kommt man nach Sonthofen und
Hindelang, typische Wintersportorte, die auch im Sommer gut besucht sind. Wenig
weiter östlich bei Bad Oberdorf sollte man sich den Paß zum Oberjoch
nicht entgehen lassen, eine Straße mit zahlreichen engen Kurven. Die
Aussicht am Scheitelpunkt lohnt sich.
Nach Oberjoch beginnt Österreich. Landschaftlich herausragend ist eine
Fahrt durch das Tannheimer Tal (199). Noch eindrucksvoller ist die Strecke durch
das Naturschutzgebiet zwischen Reutte und Ettal.
Donnerstag, der 16. Mai 2001
Von München die 11 runter kommt man nach Kochel. Kochelsee und vor allem
der höher gelegene Walchensee sind glasklar und gehören zu den
saubersten Seen hierzulande. Beide Seen sind durch die Kesselbergstraße
verbunden. Ein Blick auf das Kurvenknäuel in der Generalkarte
läßt ahnen, was man bei der Überwindung von einigen hundert
Höhenmetern vor sich hat. Kurven. Wie auch im Kyffhäuser (Harz) hocken
die zahlreiche Moppedfahrer wie Karnickel in einer der oberen Ausweichstellen
und beäugen die Vorbeifahrenden. Direkt nach dem Paß findet man am
Walchensee ein Café, indem bei gutem Wetter ebensoviele Biker sitzen. Oft
sieht man hier andere Fahrer ankommen, die gleich wieder wenden und wieder
runterbrettern. Genau aus diesem Grunde ist die Straße auch am Wochenende
von München kommend für Krafträder dicht. :-)
Ein Erlebnis ist die gesamte Strecke nach Süden, über Mittenwald bis
kurz vor Innsbruck. Westlich geht es die 189 ab Seefeld über Telfs nach
Nassereith. Von hier empfehle ich die 314 nach Norden, über den
Fernpaß. Wieder viele Kurve, leider Wochentags auch Lastverkehr. Vom
Blindsee hat man bei schönem Wetter einen hervorragenden Ausblick auf die
Zugspitze. Wir nicht, weder das eine noch das andere. Dafür kreuzte ein
Münchner mit seiner 1100er Drag Star Classic auf und es gab
Anlaß für ein Gespräch unter Gleichgesinnten.
Rückfahrt Richtung München via Garmisch Patenkirchen und Weilheim
(23, 2).
Das wars dann auch schon. Leider hatte ich für dieselbe Woche noch
ein Treffen in Bochum zugesagt und meinem Kumpel mit seiner XJ 900 den
östlichen Teil des Voralpenlandes allein überlassen. Mindestens 4 bis
6 Tage sollte man sich schon nehmen. Ansonsten, mit der Virago
Fahrspaß ohne Ende, an diversen Punkten nicht wirklich Cruiser-tauglich.
Aber es gibt ja Leute, die hart im nehmen sind. :-)
LINKS:
YAMAHA-XV-Club, Berlin: Das
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