Cargolifter und Abraumbagger

eine Tour mit den Rausfahrern


Wieder mal ein Tagebauloch. Eigentlich sollten an dieser Stelle ja Blumen stehen, so wars geplant, aber dann ... siegte doch die Technik. Fast puenktlich um 9.30 Uhr gings am Startpunkt Sued mit den Rausfahrern los. Die Ankuendigung einer gemuetlichen Tour nach Brand zum CargoLifter und der anschliessende Dreh zur Landesgartenschau nach Luckau sowie das herrliche, wenn auch etwas morgenkuehle Wetter hatten glatt 25 Rausfahrer aus den Betten gelockt.


Start
Eine stattliche Zahl wenn man bedenkt, dass ein Teil auf einem 2-Mast-Stahlsegler auf der Ostsee rumschipperte und ein weiterer Teil die Alpenstrassen zum Grossglockner unsicher machte. Die altbewaehrten Fluchtstrassen aus Berlin hielten auch diesmal wieder her, ueber Diedersdorf und Wuensdorf gings - logischerweise meist ueber Nebenstrassen - dem ersten Ziel - Cargolifter - entgegen. Obwohl (oder vielleicht deshalb?) diesmal nicht GPS-gefuehrt gab es so gut wie keine Verfahrer, und gegen halb eins waren wir in Brand.

Die riesige weisse Halle war schon von fern zu sehen, und nachdem wir als Gruppe 2,- DM Eintrittsgeld weniger ausgehandelt hatten gings mit dem Bus zur Halle. Ein Riesending ist da im Bau, 63.000 Quadratmeter, 100 Meter hoch, mit pfiffigen Konstruktionsdetails, von der Fussbodenheizung ueber die Hallenisolation bis zu den riesigen Rolltoren.

Maerkische Landschaften


Der Besucher-Ballon
Die Halle soll noch im November diesen Jahres fertig werden, ab Januar 2001 ist der Bau des ersten Prototypen geplant, eine Testphase von 2002 bis 2004 schliesst sich an und ab 2005 sollen pro Jahr 4 Cargolifter gebaut werden. Sollen - denn genau laesst sich das ganze Projekt nicht planen, zu viele Unbekannte koennen hier Striche ueber Striche durch die Rechnung machen, aber man gibt sich optimistisch. Interessant scheint die Sache jedenfalls zu sein, denn der grosse Besucherparkplatz war recht gut gefuellt. Der Bus brachte uns auch wieder zurueck, und die fortgeschrittene Zeit liess den Hunger laut werden. Also nicht gezaudert und ab in Richtung Luckau.

Die saftige Wiese des Parkplatzes konnte uns nicht locken, die Kirchturmspitze der Innenstadt zug uns an, denn wo eine Innenstadt, da auch ein Ratskeller! Und wirklich, ruckzuck waren in Demselben ein paar Tische zusammengestellt, die Bestellungen aufgegeben..... Naja, ein paar Minuten dauerte es dann schon, bis alle bekoestigt waren, aber so eine Truppe stellt auch eine groessere Kueche erstmal vor Probleme.

Die Riesenhalle


Das Torscharnier
Aber alle wurden satt, so dass Conrad, der Macher der Tour, dann die Frage stellen konnnte: Wolln wir jetzt in die Landesgartenschau oder lieber nach Lichterfelde zum Besucherbergwerk mit der weltgroessten Abraumfoerderbruecke. Wer die Rausfahrer kennt weiss, dass bei Worten wie Bergwerk, Bagger und aehnlichen eine Frage ueberfluessig ist, die Fragestellung war also extrem suggestiv.

Und so stehn wir also hier, am Tagebau, ueber uns die riesige, 500 Meter lange Abraumbruecke, das groesste Arbeitsgeraet der Welt, wie uns der Bergwerksfuehrer versicherte. Der Tagebau ist stillgelegt, die Gemeinde Lichterfeld hat die Bruecke und einen Teil des Gelaendes gekauft.

Luckau-City


Endlich Futter
In den naechsten Jahren soll hier ein Naherholungsgebiet mit einem grossen See entstehen. Zwei Prozent der hier lagernden Kohle wurden gerade mal abgebaut, ein Dorf musste weichen - dann kam das AUS. Das Loch wird geflutet, die Kohle bleibt unten. Unverstaendlich fuer mich, wenn man die riesigen Kosten bedenkt, die allein die Erschliessung eines solchen Tagebaues verursacht. Unverstaendlich auch, wenn man die knapper werdenden Rohstoffreserven bedenkt, aber es wird wohl auch Befuerworter dieses Handelns geben.

Vielleicht wird ja in 20 Jahren der See wieder leergepumpt. Die Zeit war inzwischen doch schon fortgeschritten, die Sonne schickte sich an am Horizont in leuchtenden Farben zu verschwinden. Also gings ueber die Autobahn zurueck. Aber obwohl die Parole "Freie Jagd" ausgegeben war, blieb das Feld doch bis nach Berlin fast vollzaehlig. Mehr als 120..130 ist nun mal bei mir nicht drin - aber alle blieben hinter mir - nett.

Stahl, Stahl ...


... Stahl
In Berlin zerstreute sich das Feld naturgemaess, 7 Aufrechte fanden sich im Marinella ein. Und siehe da, etwas spaeter traf auch die Vorhut der Seeleute ein, Peter mit Dose hatte den Bikern wenigstens eine halbe Stunde abgenommen. Als der Jubel in der Marinella-Kueche ueber den Schumi-Sieg in Indianapolis verebbt war traf dann auch der Rest der Schiffer ein, die Nasen etwas unterkuehlt aber genauso begeistert von ihrer Seetour wie wir von unserer Landpartie. Die naechste Seefahrt ist schon vorangemeldet - na und landmaessig gehts sowieso naechsten Sonntag wieder los.

Der Tracklog im Waypoint+-Format zum Download:Download


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