Reiseberichte aus aller Welt

Kroatien - Istrien 1998


Das Wetter wars. Ein geplanter Bayernurlaub ist einfach im Regen ertrunken. Nach 3 Tagen Dauerregen hat es uns nicht mehr gehalten - wozu ist man schliesslich mobil. Der Wetterbericht hat uns also an die kroatische Adriakueste nach Istrien geführt. Der Weg führte uns über Salzburg und die Tauernautobahn, so muss man mit einem schwerbeladenen 90 PS-Wohnmobil nich über die hohen Alpen klettern, dieser Weg ist recht flach und problemlos zu fahren. Passendes Kleingeld sollte für die Mautstellen immer vorhanden sein, bezahlen kann man in Österreich wie auch in Slowenien mit DM ( Alles in Allem ca. 50,- DM für eine Richtung ).
An der Küste konnte man sich überall einmieten, es gab genügend Plätze zur Auswahl. Zwischen Porec und Vrsar an der Westküste Istriens fanden wir einen sehr schönen Platz, Valkanela. Direkt am Meer auf einer grossen Wiese bauten wir unser Lager auf und bewegten uns dort auch 2 Wochen lang nicht mehr weg, ausgenommen natürlich Rad- und Bootstouren. Die Wiese war fest in deutscher Hand, die sanitären Anlagen waren sauber und recht modern, warmes Wasser war allerdings nicht immer vorhanden, aber man kann sich einrichten.
Direkt am Platz ist ein schon etwas grösserer Hafen mit Slipanlage und Kran, eine Tauchschule, und verschiedenste Versorgungseinrichtungen. Viele vorgelagerte Inseln machen die Küste für Boots- und Tauchfahrten ideal.












Die benachbarte Ortschaft Vrsar liegt malerisch auf einem Berg und reicht bis ans Meer heran. Hier ist auch die nächste Wassertankstelle zu finden. Enge steile Gassen und ein grossflächiger Hafen kennzeichnen den Ort. Direkt am Hafen alle möglichen Souvenir- und Händlerbuden. Hier konnte man aber auch gut und günstig Obst und Gemüse erstehen, ein Salatkopf fürs Meerschwein kostete hier nur 1,- DM, auf dem Platz schon 3,- DM!
Allgemein kann man sagen, dass das Preisniveau recht hoch ist, ein Schnäppchenurlaub ist kaum zu erwarten.
Die Häuser sind grösstenteils recht gepflegt, man sieht, dass der Tourismus in dieser Gegend Geld ins Land bringt. An manchen Stellen ist allerdings auch der Zahn der Zeit deutlich zu sehen, besonders direkt am Meer hinterlässt das Salzwasser seine Spuren an den Fassaden.
Von Vrsar und auch von Porec aus kann man ausgedehnte Tagestouren mit den zahlreichen Charterschiffen machen, von der näheren Umgebung bis nach Venedig. An den Häfen sind zahlreiche "Schlepper" unterwegs, die Tickets unter die Touristen bringen sollen. Dabei gibt es echte und auch unechte, eine gewisse Vorsicht ist also angeraten. Sicherheitshalber sollte man nur an den offiziellen Stellen seine Tickets kaufen. Die Schiffe selbst sind meist recht malerisch gebaut, ohne allerdings ihre neuere Bauart verbergen zu können.




Das Wasser hatte bereits Anfang Juli eine Temperatur von ca. 27 Grad, ideal also für ausgedehnte Schnorchel- und Wasserskitouren. Das Meer war an den meisten Tagen ruhig und brachte mit seiner leichten Brise doch eine kleine Abkühlung. Während tags die Temperaturen an Land locker 30 Grad erreichten gingen sie abends doch schnell nach unten und es wurde kühler.


Allgemeines:
Überall gibt es EC-Automaten, sogar mehrsprachig, Geldumtausch ist also kein Problem.
Überall gibt es aber auch Scherenschnitt-Künstler, die sich auf jeden Touristen stürzen. Man kann das mal mitmachen, aber wer braucht schon eine Mappe voller Scherenschnitte?
Die Möwen auf dem Platz waren wirklich so clever, dass sie das heisse Fleisch vom Grill geklaut und beim abbremsen die Holzkohlenglut verteilt haben - Vorsicht also bei Trockenheit und wenn das Grillgut das einzige Abendbrot ist hihi.
Die Platzmiete für ein Wohnmobil mit 3 Personen lag bei ca. 500,- DM für 2 Wochen, war also ok.
Deutsch wird überall gesprochen, Kreditkarten werden an vielen Stellen akzepziert.
Gefälschte Markenartikel könnten in vielen Geschäften gekauft werden, mann kann direkt bestellen was man braucht, aber wer macht das schon !
Einige Getränke und ein paar Vorräte sollte man sich aus Deutschland mitbringen, manche Sachen sind wirklich unverschämt teuer.

Es gibt für mich keine Frage, dieses Jahr gehts wieder runter, wenn sich die Lage nicht dramatisch verschärft.

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