LIPNO-Stausee 2001

eine Motorradtour von einer Woche


Eine Woche Solotour durch Tschechien ist vorbei - schaaaade, schade schade. Eine herrliche Motorradgegend rund um den LIPNO-Stausee, etwas suedlich von Plzen, etwas oestlich von Passau. Nicht gerade das Eldorado fuer die Extremkurvenschleifer, aber fuer alle Normalkurvensucher. Es hat alles gepasst (ausser, dass ich einmal vergessen hatte mein Fruehstueck zu besorgen und von Kaffee und Waffeln leben musste.) Da ich abends immer etwas Zeit hatte hab ich meine Tagesberichte gleich abends in der Kneipe geschrieben, vielleicht hab ich mich dabei auch ein wenig verplauscht (wird man beim Bier redselig? ), jedenfalls ist ne ganze Menge Woerter zusammengekomen. Wahrscheinlich werden wir die von mir gefahrenen Touren im Pulk so nicht komplett fahren koennen, aber die Gegend ist erkundet. Wichtigstes Fazit meinerseits: Klopapier nicht vergessen, die BI..-Zeitung ( gibts hier an jeder Ecke, Dresdner Ausgabe ) ist sicher zu hart auf Dauer,und ein Beil oder ne Saege zum Holzhauen fuers Lagerfeuer mitnehmen ( nix mit grillen, hier wird Powergefeuert! ), und VORSICHT an unbeschrankten Bahnuebergaengen, gibts hier viele, auch ohne Lichtsignale, die Zuege fahren trotzdem! Viel Spass beim Lesen, ich hoffe es gefaellt
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Der Sonntag - Anreise
Endlich wieder 2 Raeder unter mir, die Rueckreise im Wohnmobil von Ruegen war eine Tortur, Sonntagsfahrer mit hunderten von PS unter der Motorhaube schnecken mit 60 ueber die Bundesstrasse - wieder bin ich um 10 Jahre gealtert. Aber heute gehts gleich weiter nach Tschechien, Powerurlaub eben, der Lipnostausee an der oesterreichischen Grenze ist mein Ziel, als Vorbereitung auf die Preussenbiker - Tour 2002, ich mach den Scout, den Spurensuch..., nee, eigentlich den Spurenleger Um 9 am Sonntag gings los ab Potsdam, das Ziel ist weit, daher die ersten Kilometer bis Dresden auf der Autobahn, dann bis Zinnwald Bundesstrasse.Kurz vor 12 war ich da, hier mein erstes grosses Staunen, ein voellig neuer Uebergang ist hier entstanden, recht schnell wie mir scheint. Kaum Autos zur Ausreise, die Passage geht schnell. Auf der tschechischen Seite schnell noch den Maedels an der beruehmten E55 zugewinkt, und schon gehts kurz vor Teplice rechts ab auf Nebenstrassen, zumindest was den Touristenverkehr betrifft. Den rechten Weg zu finden macht keine Probleme, bis hinter Plzen bleibt auch alles trocken. Dann schuettet es aber auch wie aus Eimern, wohl oder uebel quetsche ich mich in meine Regenkluft, wenn die Lederklamotten erst mal nass sind - die trocknen die ganze Woche nicht mehr im Zelt. Es war aber doch nur ne kurze aber kraeftige Dusche, der naechst Schauer trifft mich erst wieder auf dem Campingplatz. Gegen 6 bin ich da, 9 Stunden Fahrt, 600 km, ein netter Kanten, aber keine Probleme am Hinterteil. Der Platz ist fest in hollaendischer Hand, die paar Deutschen und Tschechen sind die absoluten Exoten, ich fand das deutsche Eckchen und alle freuten sich ueber eine weitere Verstaerkung.
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Der erste Blick auf den LIPNO
Am Abend traf dann auch noch Andreas, ein koelner Biker ein, der hatte sich 2 Tage von seiner Campertruppe Urlaub genommen - Stressabbau - ich kanns verstehen. Die sanitaeren Anlagen sind fast neu und in ausreichendem und guten Zustand - eigenes Klopapier muss man aber trotzdem mitbringen. Aber das warme Wasser kommt hier noch wie frueher aus der Wand und nicht aus nem duschmarkenfressenden Monsterkasten. Morgen werde ich die naehere Umgebung abklappern, Infrastrukturstudium.

Der Montag - eine Runde um Busweis
Die Nacht verlief ruhig, bis auf den Quialm, den die zahlreichen Lagerfeuer verursachten. Die Jungs ziehen hier mit Axt und Saege los und kommen mit Riesenaesten aus dem Wald zureuck, und dann wird ein Scheiterhaufen errichtet. Dann ist in kuerzester Zeit die ganze Gegegnd in Qualm gehuellt - schoene deutsche Grillkultur Und durch die Schraeglage des Zeltes ruschte ich immer wieder nach unten - die Isomatte war halt sehr glatt. Gegen halb 10 triebs mich dann aber doch aus den Federn, Andy, der Koelner, stand auch gerade auf. Gemeisam wurde gefruehstueckt, er spendierte einen Apfel, ich den Kaffee Er wollte den Stausee umrunden, ich eine etwas groessere Runde um Budweis - jaja DAS BUDWEIS mit dem Bier, drehen. Der Himmel war strahlend blau, erst gegen Mittag stahlen sich ein paar Wolken an den Himmel, manche auch recht schwarz Trotzdem, bis zum Abend blieb alles nur beim Drohen , kein Regen, herrliches Bikerwetter.

Die Tour hatte ich auf der Karte grob vorgeplant, mancher Abzweig entging allerdings meiner Aufmerksamkeit - oder warens die Sprachkenntnisse? Jedenfalls fuehrten mich meine Wege ueber herrliche Strecken, es ist ja doch schon Voralpenland hier, entsprechend huegelig das Gelaende, manchmal wurde die Strasse regelrecht zum asphaltierten Waldweg. Neben dem Lipnostausee gibts hier noch viele kleinere Seen, die meisten offensichtlich fischereiwirtschaftlich erschlossen, die dicken Karpfen sprangen einen halben Meter hoch aus dem Wasser. Hier war die Strasse aber eher etwas "flickasphaltiert", trotzden immer noch Shopper-Strassentauglich. Es fuhr sich alles hervoragend, die Gegend ist wirklich sehr schoen, und so kamen an diesem Tag auch wieder 260 Kilometer zusammen, halb 6 sass ich beim 20-Kronen-Bier auf dem Campingplatz. Andraes war auch noch nicht wieder da, war der See doch sooo gross? Naja, schoen wars heut, bis morgen, dann wahrscheinlich in Richtung Oesterreich.
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Waelder, Felder, Kurven... und im Hintergrund das im Moment
gerade in Oesterreich so umstrittene Kernkraftwerk Temelin

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Die Moldau in Krumlov...
Der Dienstag - Stadtbesichtigung
Aaach, ein schoener Tag, dabei sahs am Anfang gar nicht so aus - grauer Himmel von Anfang bis Ende. Aber Andy hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass Krumlov eine sehr schoene Altstadt mit Schloss hat, genau das richtige Wetter fuer sowas, die Alpen rennen nicht weg. Also auf zur Stadtbesichtigung, nur 30km diesmal. In Krumlov ueberall bewachte Parkplaetze, man ist hier auf Touristen eingestellt, und die kamen auch zahlreich. Ich stellte mich auch auf so einen Platz, fuer die 5 Stunden Stadtbesichtigung waren dann 25 Kronen zu berappen, nicht mal 2 DM. Und die 5 Stunden hatten sich wirklich gelohnt, eine sehr schoene historische Altstadt, ein grosses Schloss auf dem Berge und an der hoechsten Stelle der Schlossgarten. Ganz unten sah man die Wasserwanderer bei ihren Versuchen, das Wehr trockenen Bootes zu bezwingen, einige habens geschafft... Eine kleine Bildersammlung HIER (123kB)
. Trotz der ueblen Aussichten hatte sich das Wetter gehalten, beim einzigen Regenschauer sass ich gerade am Markt in der Kneipe. Im Gegenteil, die dicksten Wolken hatten sich am Nachmittag verzogen, sodass ich, als ich gegen 4 wieder im Camp war, noch mal schnell die Strasse hoch und runter brausen wollte, Kilometer machen. Aber eine Kurve folgte der Naechsten uns schwupps, schon stand ich an der Grenze nach Oesterreich. Da ich sowieso meinen ganzen Kram immer am Mann habe, den Pass natuerlich auch, tuckerte ich also rueber und wollte den Lipnostausee auf der anderen Seite entlang wieder zurueckfahren - tat ich auch. GPS hatte ich nicht mitgenommen (Strasse hoch und runter brausen...da braucht man das nicht), schade, waere ein schoener Tracklog geworden. Es gab wohl kaum mal 100 Meter Gerade, die Strasse schlaengelte sich in einer einzigen Kurversynphonie die Berghaenge entlang. Wie die Oesterreicher es schaffen, ihre Bergwiesen so kurz und gruen zu halten kann ich mir nicht vorstellen, aber es war eine herrliche Landschaft, die gepflegten Haeuschen taten ihr Uebriges. Die Kilometer flogen nur so dahin und dann ... Grenzueber der Republik Oesterreich haeaeae?? - und schon war ich durch. Hier war ueberhaupt nix mehr mit Kontrolle.

Der genaue Blick auf die Karte klaerte mich auf: die Grenze war in so zartem Pastellgruen gezeichnet, die hatte ich glatt uebersehen. Und waere mein Blick nicht rein zufaellig auf dieses Schild gefallen, ich haette nicht mal gemerkt, dass ich wieder in der Heimat und Bargeldfluessig war - ... und der Zukuft zugewandt, Europa einig Vaterland ..... die etwae aelteren Neue-Bundeslaender-Bewohner ;-)) werden den abgewandelten Text noch kennen. Na jedenfalls setzte sich die herrliche Landschaft natuerlich auch in Bayern fort, und auch hier waren die Bergwiesen kurz und gruen, fast englisch, und auch die Haeuschen konnten sich sehen lassen. Ich fand auch den geplanten Grenzuebergang nach Tschechien, hier allerdings wieder mit Passkontrolle, und gegen 8 war ich schon wieder am Zelt. Das werden wohl so aus dem kurzen Halt heraus auch wieder 200 km gewesen sein, die, da nicht im GPS gespeichert, bei der offiziellen Tourabrechnung fehlen werden ;-( Die deutsche Ecke ist inzwischen auch auf mich zusammengeschrumpft, der Ruf der Arbeit und das doch eher bedeckte Wetter haben einen Abreiseboom ausgeloest. Aaahhh, ein schoener Tag wars, inzwischen qualmen auch wieder die Lagerfeuer (weiss der Himmel was die noch alles verfeuern), ich sitz hier am Grilovane Kure und schluerf mein Abendbier, und ich hab wohl auch schon eine gewisse Bettschwere, vielleicht klappts ja morgen mit den Alpen.
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... und ihre tapferen Bezwinger

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Alpengruen ...

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Der Mittwoch - Richtung Alpen
Uff, die Boehmerwaldplatte hat geschmeckt, das 2. Bier ist auch bestellt...- ups, da isses schon, schreiben wir ein paar Zeilen ueber den heutigen Tag, der eigentlich recht gut anfing - Alpenwetter. Leicht bewoelkt, aber nicht schlecht. Um 9 gings heut schon los, die Tour sollte im recht grossen Bogen um Linz herum fuehren und zumindest an den Alpen kratzen. Ich hatte mir diesmal einen etwas groesseren Uebergang nach Oesterreich als gestern ausgesucht, um gleich auf der passenden Bundesstrasse zu landen, entsprechend laenger dauerte aber auch die Passage. Die eindeutig huebscheren Grenzbeamtinnen hatten hier die Tschechen, dafuer wusste der Oesterreicher wo Potsdam liegt - ein kleiner Plausch, tschuess. Danach gings aber zuegig voran, immer suedwaerts ueber Mauthausen, dann die Donau und bis Steyr. Die Strassen waren Bundesstrassen, entsprechend gut ausgebaut, trotzdem nicht uebermaessig voll. Jetzt einen Sprung westwaerts und dann ueber Nebenstrassen in die ersten Taeler der Alpen. Schoen fuhr sichs, die Landschaft erwartungsgemaess herrlich. Hie und da warben einige Kneipen mit dem Titel Bikertreff, leider hatte ich, da es ja nur ein Kurztrip werden sollte, kein Geld getauscht, sodass ich sie doch links liegen liess - nur so rumstehen, ohne ein Bierchen in der Hand, ist dann auch nix, und das Bierchen mit ner VISA-Karte bezahlen?... Vielleicht sollte ich mir fuer solche Gelegenheiten wenigstens das Rauchen wieder angewoehnen? Nee! Ab naechstes Jahr gibts dank Euro dieses Problem ja auch nicht mehr, waer schoen, wenn alle Probleme so leicht loesbar waeren. Vielleicht haette ich aber lieber dieses Problem behalten und auf den Euro verzichten sollen ???

Jedenfalls kehrte ich dann bei Kirchdorf die Richtung um, heimwaerts. Es ging ueber Bundesstrassen, manche allerdings eher Landstrassen gleichzusetzen, trotzdem meist guter Belag. Ab und an allerdings auch hier Bitumen mit Split, was mich manches mal zu heftigen Reaktionen noetigte. Ab Rohrbach bog ich dann auf die gleiche Strecke wie gestern ein, sodass doch noch etwas won den schoenen Kurven im Tracklog erscheint. Wieder ueber die unscheinbare Grenze nach Deutschland, und dann ueber Nebenstrassen Richtung tschechischer Grenze. Der Himmel hatte sich immer mehr verdunkelt, und heute bliebs nicht bei Drohgebaerden Petrussens. Kurz hinter Heidmuehl, 10 km vor der Grenze, begann dann der Regen. Ich konnte mich noch in eine Bushaltestelle retten und wollte abwarten, bis die Sache vorbei ziehen wuerde. Sie zog aber nicht Als ich mich eine dreiviertel Stunde in dem Haeuschen herumgedrueckt hatte beschloss ich dann doch, mich wieder in die Regenkluft zu zwaengen. So abgedichtet tuckerte ich dann Richtung Grenze, die Kuven moeglichst weitausholend fahrend. Toll, an der Grenze wenigstens1000 Meter Rueckstau. Obwohl ich mich sonst ja eigentlich immer anstelle (hihi) fuhr ich diesmal doch rechts an der ganzen Schlange vorbei - die Autofahrer hatten aber wohl auch alle ein Einsehen, kein Einziger drueckte auf die Protesthupe - Danke. Am Uebergang wurde gerade ein Freyungener Joghurtbecher auseinandergenommen, Schalldaempfer,Sitzbank, Ruecklicht - alles lag schon fein saeuberlich auseinandergenommen auf der Strasse, weiss der Himmel, was die nun wieder suchten. Ich nestelte meinen in eine Plastiktuete eingewickelten Pass aus den Regenklamotten ( Klettband, Reissverschluss...), reichte aber schon, durchgewunken. Die restliche Strecke war bekannt, immer schoen vorsichtig in die Kurve legen, und der Campingplatz war erreicht. Die Regenklamotten flogen is Zelt, und im Sturmschritt gings ins Bobo. 300 Meter nur, aber die letzten 100 nen ziemlich steilen Berg hinan, sollte ich mir heute ein Extrabierlein verdient haben? Ich denk mal schon, 388 km, davon die letzten 40 in Prasselregen.... Frau Wirtiiinn!! Morgen werde ich kurzfristig entscheiden, wohin es geht, mal die Karte und die ADAC-Tschechien-Tips studieren.
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und immer wissen wos langgeht

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Das BOBO, klein und gemuetlich...
Der Donnerstag - die Moldau lang
Heute Morgen sahs ganz truebe aus, immer mal wieder Regenschauer schon vor der Abfahrt, zwar immer nur kurz, aber eben immer wieder. Ich zoegerte die Abfahrt also noch etwas heraus und kam dann endlich gegen 9.45 aus dem Camp. Allzuviel hatte ich mir nicht vorgenommen, ich wollte mich eben so von Bushaltestelle zu Bushaltestelle durchwursteln. Ein Abbruch der Tour kam natuerlich nicht in Frage. Der naechste Schauer erwischte mich auch schon nach 10km, ich musste aber sowieso gerade Tanken und wartete die paar Minuten einfach ab. Die Regenstulpen hatte ich mir schon bei der Abfahrt ueber die Fuesse gezogen, sodass mich die nasse Strasse eher peripher tangierte

Bei diesen Verhaeltnissen imer die Ideallinie zu suchen ist auch fuer Shopper eine gute Idee, denn so kommt man am uneckigsten um die Kurven, da ich nicht gerade raste gelang mir das auch ganz gut. Ich wollte heute etwas nordwestlich fahren, ueber Prachatice nach Sushice, dann ueber Nebenstrassen nach Bayrisch Eisenberg, die Grenze nach Deutschland passieren und dann noch ein paar Kilometer im Nationalpark Bayrischer Wald in Richtung Grafenau und Freyung wieder ueber die tschechische Grenze und zurueck. In Kasperske Hory kam ich an einem Moto-Museum vorbei, vielleicht kann man das bei der grossen Tour einmal besuchen, ich fuhr durch.
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... und ich bei der Tageszusammenfassung

Alles klappte auch wunderbar, nur hatte ich die Rechnung mal wieder ohne Petrus gemacht. Dem fiel ein, die Wolken beiseitezuschieben und die Sonne rauszuholen. Toll, der ganze Zeitplan im Eimer, nix mit Bushaltestellen-Jumping. Fast ist es mir peinlich, die herrliche Landschaft und die Kuvenstrecken schon wieder zu erwaehnen, aber es nicht zu tun waere auch Frevel. Ratzfatz waren die Strassen trocken und man konnte sich schon mal eine kleine Abweichung von der Ideallinie erlauben, ohne gleich mit Strafe des Schicksals rechnen zu muessen. In Bayrisch Eisenberg war ne Menge Volks unterwegs, trotzdem ging die Ausreise nach Germany flott, die Meisten wollten in die Gegegrichtung. Bis Zwiesel blieb ich noch auf der Bundesstrasse, dann gings in den Bayrischen Wald Richtung Freyung, immer die Glasstrasse entlang, Glas gibts hier wie auf der tschechischen Seite an jeder Ecke.
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Umzug auf ... russisch ?
Hier begenete mir bei einer Fantapause ein seltsames Trio: Zwei schleppten ein Sofa, der Dritte buckelte an einem Teppich, ziemlich in der Mitte zwischen zwei 5km voneinander entfernten Ortschaften, immer an der Strasse lang. Auf meinen Zuruf, wo sie denn mit der Leiche hinwollten, erwiderten sie nur NIX VERSTEHEN. Naja, war auch nicht soo wichtig.

Hier sah ich auch zum Ersten Mal eine KfZ-Pfandleihe. Jedenfalls stand ich gegen 2 schon wieder an der Grenze, einmal die Vietnamesenbuden hoch und runtergeschlendert - immer noch um 2. Sollte ich jetzt schon auf den Campingplatz zurueck und die restliche Zeit totsaufen? Noe, lieber noch ne Biege anhaengen. Also doch wieder ein Stueckchen nordwaerts bis nach Vixxxx und dann ich Richtung Osten ueber Prexxx nach Krumlov. Irgendwie kann man hier keine Fehler machen, jede Strecke die man faehrt ist die Richtige, es laeuft immer auf anstaendige Kurvenstrecken raus,nur wo man ankommt ist eben etwas unterschiedlich
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Die Moldaupaddler - mal klappts ...

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... und mal eben nicht
Aber ich kam in Krumlov raus und folgte von dort der Moldau bis ans Camp, denn die Moldau kommt direkt aus der Staumauer des Lipnostausees. Dieses Stueck Strasse birgt allerdings viele Gefahren: einmal muss man dem Strassenverlauf folgen, der sich natuerlich staendig aendert, andererseits sollte man das Geschehen auf dem Fluss staendig im Auge behalten, denn hier ist Action. Es ist immer wieder bemerkenswert, wie die vielen Freizeitkanuten.... oder -kajacken? - jedenfalls Paddler - ihre Probleme mit den vielen Weeren und Stromschnellen zu loesen versuchten, das hate ich schon paar Tage vorher in Krumlov amuesiert festgestellt.. An der richtigen Stelle kann man diesem Treiben stundenlang zusehen, ohne zu ermueden

Ab und zu erhob sich ein Schloss oder eine Burg ueber der Moldau - nicht nur an der Saale stehen Burgen stolz und kuehn. Den Rueckweg zu finden war nun nicht mehr schwer, immer am Wasser entlang - und den Entsetzensschreien der Paddlerinnen. In Frymburk tauschte ich nochmal ein paar Kronen, um meine Zeltplatzschulden begleichen zu koennen, ca. 8,50 DM pro Tag fuer Motorrad, Mann, Zelt unf Kurtaxe. Und jetzt, um 7, sitze ich schon wieder im Bobo - Petrus ist dann wohl doch Schuld an meinem Suff hihi.
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Burgen stolz ...

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Die Lipno-Staumauer
Morgen frueh gehts wieder heimwaerts, mal sehen ob ichs wieder in einem Ritt hinkriege, immer der gepunkteten GPS-Linie entlang oder ob ich nochmal in Litomerice bei Josef Station mache ( fuer die eingeweihten Teilnehmer der diesjaehrigen Tour: ich lass dann wieder auf Schulle anschreiben !)

Der Freitag - heimwaerts im Regen
Die ganze Nacht durch prasselte der Regen aufs Zelt - meine Investition in ein etwas besseres Stoffdach hatte sich massig geloht. Auch am morgen hoerte es nicht auf, also alles im Regen zusammenpacken und ab. Die ersten 120 km gings nur so im stroemenden Regen vorwaerts - Ideallinienwetter wiedermal. Danke Yamaha, dass alles auch bei extremer Naesse funktionierte. Wieder mal ab Plzen hoerte der Regen auf und ich konnte meine Regenpelerine einpacken. Ab hier gings gut vorwaerts, und da ich schon gegen 4 in Dresden war goennte ich mir den Luxus, die Autobahn bei Grossraeschen zu verlassen und auf der B96 weiter zu fahren. Gegen 7 war ich dann wieder in der heimatlichen Badewanne, nach immerhin 2274 offiziellen Kilometern. Jetzt gilt es nur noch die Klamotten trocken zu bekommen
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Wolken - man konnte durchfahren


Der Tracklog im Waypoint+-Format zum Download:Download


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