| Der Weg ist das Ziel - diese Bikerweisheit ist auf der B96 zwischen Berlin und Ruegen nur bedingt wahr. Fuer den geuebten Lueckenspringer allerdings ein Eldorado. LKW, schleichende PKW und Radfahrer machen das Vorwaertskommen nicht leicht. Trotzdem - in 5 Stunden ist man die Strecke bequem abgefahren und auf Ruegen. Zwischen Greifswald und Stralsund gibts dabei fast ne Route 66 des Ostens - die 96 ist hier aufgeteilt in die 96 und die 96A - kilometerweit laufen die alte gepflasterte und die neue asphaltierte 96 nebeneinander her, und Eingeweihte wissen das zu schaetzen. Waehrend sich auf der neuen Strecke die Kolonnen stauen kattert man auf der alten Strasse an allen Widrigkeiten des Strassenlebens vorbei. Oranienburg, Neubrandenburg, Stralsund - der nahende Urlaubsverkehr ist jetzt schon deutlich zu spueren, wirft seine zaehfliessenden Tentakeln auf den Asphalt, und alle schleichen nur so dahin. Mit dem Mopped kann man aber die meisten Saugnaepfe umschiffen und kommt, auch wenn man nicht der Draengler vor dem Herrrn ist, recht gut durch, nur manchmal muss man sich trauen, am Hahn zu drehen. | ![]() |
![]() Reisefertig bepackt | Der Zeltplatz machte, wie uebrigens die meisten von mir angefahrenen Plaetze, einen ordentlichen Eindruck, klar, ueberbelegt war noch keiner. Ein Hopser ueber die Duene, und schon ist man am schmalen Sandstrand, auf Westruegen sind die Straende nicht so breit wie im Osten oder auf Usedom. Gegenueber ist Hiddensee zu erkennen, die Kueste ist nicht zu eintoenig sondern hat einige Buchten - ideal also fuer den Familienurlaub mit Wohnmobil und Boot. |
| Am naechste Morgen weckte mich die Sonne bereits um Sex - also nochmal rumdrehen und zwei Stunden weiterschlafen. Halb 10 war dann das Fruehstueck erledigt und die Fahrt rund um Ruegen konnte beginnen. Ziel war eigentlich, die Campingplaetze abzuklappern und die GPS-Daten aufzunehmen. | ![]() Der erste Kaffee auf Ruegen |
![]() Hie gehts nur mit der Faehre weiter | Gleich zu Beginn gings mit der Wittower Faehre ueber den Breetzer Bodden. Erste Station war Dranske, ein sauberer Platz. Dann an der Nordkueste entlang Richtung Arkona. Der Fussweg zum Kap war mir zu lang, ich sagte mir "keine Zeit fuer son langen Marsch" und schenkte mir die Aussicht. |
| Den dort erwarteten Campingplatz, eingezeichnet auf einer fuer harte DEMARK erstandenen aktuellen Karte, gabs schon seit 10 Jahren nicht mehr, ebenso wie viele andere an der Ostkueste. Dafuer waren Hotelkomplexe entstanden - mein lieber Herr! Wem die KdF-Bauten in Prora zu klotzig waren - die neuen Haeuschen sind auch nicht gerade unprotzig! | ![]() Dampflokromantik |
![]() Sassnitz | An der Kueste weiter Richtung Sellin, Goehren, Lobbe und dann wieder westwaerts ueber Putbus und Garz heimwaerts. Kurz hinter Samtens ritt mich doch der Teufel und ich verliess die bis dahin recht gut ausgebauten Strassen, um noch ein Stueck an der Kueste entlang in Richtung Insel Ummanz zu tuckern. Die Asphaltstrasse wurde bald zur Betonpiste, dann zum Waldweg und dann zum Holperwaldweg. Nun hat mein Schobber ja keine Stollen und ich schlingerte etwas dahin - aber wir habens dann doch gepackt. |
| Kurze Inselrundfahrt auf Ummanz, und um 5 sass ich auf dem Campingplatz beim Bier. Das Wetter hatte gut mitgespielt, zwar etwas kuehl aber sonnig. Die Strassen waren, sicher wohl auch durch die vielen Blitzer (meist von vorn! ;)) mitfinanziert, gut befahrbar und werden weiter ausgebaut, weshalb oft auch mit Split auf der Fahrbahn zu rechnen ist! Mobilfunkmaessig gibt kleine Luecken, gestern war kein mobiler Internetzugang drin, aber an den meisten Stellen ist D2 gut zu empfangen (hat wer was anderes?). | ![]() Das Zentrum von Bergen und Ruegen |
![]() Blick auf Peene und Inselexpress | Tag 3:Eigentlich sollte es heute ja heimwaerts gehen, aber die Sonne und der blaue Himmel... - Jedenfalls lieg ich jetzt auf Usedom an weiten und noch recht leeren Sandstrand, vor mir den PALM mir seiner Tastatur auf dem Handtuch, und schreib ein paar Zeilen, waehrend mir die Sonne auf den Hintern scheint. Vor 20 Minuten bin ich von ner kleinen Inselerkundung zurueckgekommen, ein paar Campingplaetze aufgenommen und die Kueste abgefahren. Auch hier wieder alles auf Sommerurlaubsbetrieb getrimmt. Die Abfahrt von Ruegen gestaltete sich problem-, wenn auch nicht staulos. |
| In Greifswald bewaehrte sich die fuers GPS ausgearbeitete Route, abseits von den Standardstrecken erreichte ich Usedom. Rauf auf den Zeltplatz, aufgebaut, und schon gings wieder ab in Richtung Peenemuende. Ein sehenswerter Platz, muss ich mir fuer spaeter aufheben, aber U-Boot- und Raumfahrtmuseum sind sicher einen Extrabesuch wert. Inzwischen hat sich ueberall feiner Sand verteilt - Zelt, Tastatur... na toll, die klemmt. | ![]() Breite Sandstraende |
![]() U-Boot in Peenemuende | Ich hoer jetzt auf in der Hoffnung den Sand zu Hause mit dem Staubsauger wieder aus dem Klappmechanismus der Tastatur zu bekommen. Eine Nacht noch, dann gehts aber wirklich heim, die naechsten Touren stehen schon an. Ausserdem - morgen ist Himmelfahrt. |
| Tag 4: Lange schlafen ist bei dem Wetter nicht - um 9 hab ich alles verstaut und mich auf den Weg gemacht. Bundesstrassen bringen mich schnell vorwaerts, in meine suedliche Richtung will wohl kein Mensch. Aber nordwaerts bewegt sich allerhand - eine Bikertruppe nach der anderen knattern an die See, Berlin muss ja wohl total entmotorradisiert sein. | ![]() Die Bruecke geht hoch und wenn die Strasse in den Himmel zeigt... |
![]() .. hilft auch das hellste Blaulicht nix | Die meisten erwidern meinen Gruss, manche sind aber auch auf einer anderen Ebene unterwegs. Auch viele - unnatuerlich viele - Trabbis goes Nord. Recht schnell war ich jedenfalls in Loewenberg, keine Lust jetzt schon nach Hause zu fahren. Also doch noch ein Schlenker ueber die Doerfer. Und als haette es die Waldwegtour auf Ruegen nicht gegeben, wieder muss ich in den Wald abbiegen. |
| Anfangs wieder guter Weg, aber dann immer weicher, klar, im maerkischen Sand... der Weg nahm kein Ende, wurde durch die Herumschlingerei doppelt so lang. Gut, der Weg ist ja schliesslich das Ziel.... noch ein Eis in Geltow, und die heimische Wanne hatte mich wieder. Auspacken, neue Routen ins GPS reinladen, und Samstag gehts wieder los. | ![]() Ein Eis zum Schluss, ist ja Himmelfahrt |